Spreuerbrücke

Die Stadt Luzern hat zwei gedeckte Holzbrücken. Eine davon ist die Spreuerbrücke. Sie verband seit dem 13. Jahrhundert den Mühlenplatz am rechten Reussufer mit den Mühlen in der Mitte des Flusses. Die Fortsetzung zum linken Ufer wurde dann erst 1408 fertig gestellt. Nur von dieser untersten Brücke durfte im Mittelalter Spreu und Laub in die Reuss geworfen werden. Bei einem Hochwasser wurde die Brücke grösstenteils zerstört, danach aber wieder aufgebaut, zusammen mit einem „Herrenkeller“ (ein Kornhaus als Brückenkopf).

In der Spreuerbrücke sind auch eine Menge Bilder aufgehängt. Zwischen 1626 und 1635 entstand ein 67-teiliger Gemäldezyklus, ein Totentanz. Der Maler Kaspar Meglinger hatte dafür die Leitung. Ein Gemäldezyklus ist nichts anderes als ein Totentanz. Totentänze waren in ganz Europa verbreitet und faszinieren anscheinend auch heute noch. Dies zeigt die dem Thema gewidmete Webseite „www.totentanz.de. Ob es daran liegt, dass unsere Gesellschaft den Tod sonst am liebsten aus dem Bewusstsein verdrängt? Die Bildfolge, im täglichen Leben bei der Benuzung der Brücke präsent, gilt als grösster Totentanz in Europa.

Literatur zur Spreuerbrücke:

Josef Brülisauer u.a. „Die Spreuerbrücke in Luzern: ein barocker Totentanz von europäischer Bedeutung.“, Raeber Verlag, Luzern 1996.

Verfasserin: Patrizia Luchs